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Die Sorge, dass KI Arbeitsplätze ersetzt, begleitet inzwischen jedes größere Digitalisierungsvorhaben im Einkauf, und sie stützt sich auf Zahlen, die sich nicht wegdiskutieren lassen.


Beispielweise führt Challenger, Gray & Christmas, eine der führenden US-amerikanischen HR- und Outplacement-Beratungen, Künstliche Intelligenz seit 2023 als eigenen Grund für Stellenstreichungen und zählte bis August 2026 in den USA 116.175 Ankündigungen, also rund 22 Prozent aller Kürzungen des Jahres, gegenüber 54.836 im gesamten Jahr 2025. Zudem zeigt die Federal Reserve Bank of Dallas, dass der Beschäftigungsanteil der 20- bis 24-Jährigen in KI-exponierten Berufen zwischen November 2022 und September 2025 von 16,4 auf 15,5 Prozent gesunken ist, wobei dieser Rückgang nicht auf Entlassungen beruht, sondern darauf, dass junge Menschen in diese Rollen gar nicht erst eingestellt werden (Federal Reserve Bank of Dallas, Januar 2026).

 

Während das mögliche Szenarien sind, zeichnen weitere Datenlagen ein anderes Bild.

Forrester rechnet für die USA bis 2030 mit rund 6 Prozent automatisierungsbedingtem Stellenverlust, hält eine breite Verdrängung für unwahrscheinlich und erwartet stattdessen eine Anreicherung von etwa 20 Prozent der Tätigkeiten, verbunden mit der ausdrücklichen Warnung, dass Überautomatisierung aus Hype heraus zu kostspieligen Rückabwicklungen führt.

 

Weiterhin hat die Europäische Investitionsbank über 12.000 europäische Nicht-Finanzunternehmen untersucht und findet eine um rund 4 Prozent höhere Arbeitsproduktivität durch KI-Einführung, ohne Hinweis auf sinkende Beschäftigung. (EIB Working Paper 2026/02, AI adoption, productivity and employment: Evidence from European firms). Für Deutschland kommt das IAB in seiner Szenarioanalyse zu dem Ergebnis, dass nach 15 Jahren rund 790.000 Arbeitsplätze zusätzlich entstehen und in gleicher Größenordnung wegfallen, sodass die Beschäftigung insgesamt etwa auf dem Niveau ohne KI-Einsatz liegt, während rund 1,6 Millionen Arbeitsplätze vom Strukturwandel betroffen sind (IAB-Forschungsbericht 23/2025, Abschnitt 3.3). Darüber hinaus werde sich erhofft, dass ein vemehrter Einsatz von KI eine Chance für das Wirtschaftswachstum und dem Wohlstand sei sowie dem demokratischen Wandel Deutschlands entgegentritt. Demnach scheint die große Hoffnung vorhanden zu sein, mit technischen Lösungen, den Fachkräftemangel zu kompensieren. Wie sich an diesen Quellen zeigt, findet eine Verschiebung statt, aber es ist wenig von einem totalen Verlust der Arbeit auszugehen.


Eine besondere Stellung hat der Einkauf innerhalb dieser Debatte, denn hier lässt sich ein Trend beobachten, bei dem der Aufgabenumfang seit Jahren wächst, während die Teamgröße gleich bleibt - oder sich sogar reduziert. Wer also Bestellabwicklung, Statusauskünfte und Datenpflege automatisiert, gewinnt Zeit für die Themen, für die bisher keine war, wie z.B. für Lieferantenentwicklung, Verhandlungsvorbereitung, Risikobewertung und die wachsenden regulatorischen Anforderungen.

 

Hinzu kommt eine Aufgabe, die neu allgemein im KI-Zeitalter entsteht: Jedes KI-Ergebnis braucht fachliche Kontrolle, jeder Agent braucht jemanden, der ihn einrichtet, seine Regeln festlegt, seine Ergebnisse prüft und entscheidet, wo eine menschliche Freigabe zwingend erforderlich bleibt. Diese Orchestrierung ist eine Fachkräfteaufgabe, in unserem Fall kann nämlich nur der Einkauf beurteilen, ob ein Vorschlag zur Lieferantenstrategie, zur Warengruppe und zum Risikoprofil passt.

 

Die kommenden Monate und Jahre in der KI-Entwicklung mit ihren Effekten auf den Arbeitsmarkt bleiben spannend, weshalb sich ein regelmäßiger Blick auf die Datenlage lohnt. Gleichzeitig wird anhand der oben genannten Quellen deutlich, dass wir zum aktuellen Zeitpunkt mit den uns vorliegenden Daten keine große Angst um unsere Arbeitsplätze zu haben brauchen.

20. Oktober 2026

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Die Sorge, dass KI Arbeitsplätze ersetzt, stützt sich auf reale Zahlen, doch Studien von Forrester, der Europäischen Investitionsbank und dem IAB zeigen, dass KI vor allem Tätigkeiten verändert und die Beschäftigung insgesamt kaum sinkt. Im Einkauf, wo die Aufgaben seit Jahren schneller wachsen als die Teams, schafft Automatisierung Zeit für strategische Themen wie Lieferantenentwicklung und Risikobewertung. Zugleich entsteht eine neue Aufgabe, denn KI-Agenten brauchen Fachleute, die sie einrichten, kontrollieren und über menschliche Freigaben entscheiden.

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Der günstigste Lieferant ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Entscheidung, wenn sein Ausfallrisiko im Preis unberücksichtigt bleibt. Die risikobasierte Kostenbetrachtung bewertet Resilienzmaßnahmen deshalb zusätzlich nach der Wahrscheinlichkeit einer Störung und der Höhe des daraus entstehenden Schadens. So lässt sich der wirtschaftliche Wert von Resilienz sichtbar machen und auf Ebene von Einkauf, CPO und Geschäftsführung gemeinsam begründen.

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